Gallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery imageGallery image
SG H/H : HG Königshofen/Sachsenflur 31 : 27 (13:14)

Thriller-Finale in der Frauen-Badenliga! – Teil 1

Hitchcock ließ grüßen am vorletzten Spieltag der Frauen-Badenliga! Der „Zufalls“-Tabellenführer SG Heidelsheim/Helmsheim traf auf eines der erfahrensten und kämpferischsten Teams der Badenliga mit gefühlt 100 Jahren Zugehörigkeit. Ich bitte die Sportkameradinnen aus Königshofen/Sachsenflur um Verzeihung, aber ich bin sicher, dass fast jeder Club an der Rheinschiene-und das sind ja fast alle in Nordbaden immer wieder gehofft haben, dass der Vertreter aus „Badisch-Sibirien“ endlich mal das Schicksal des Abstieges trifft, damit man nicht mehr so eine „Weltreise“ hinter die Tauber machen muss! Kein Wunder, dass die Gäste-Teams so kaputt und gestresst spielen, während die HG natürlich locker in ihrem Kampfbunker auftrumpfen kann! Wer jetzt gedacht hätte, umgekehrt müsste es den Sportlerinnen aus dem Taubertal ebenso ergehen, hat sich schon öfters vom Gegenteil belehren lassen müssen! Nein, dieser Pendelverkehr nach Westen ist schon so in das Mannschaftsprofil eingewachsen, dass dies sogar eher Vorteile hinsichtlich Stehvermögen und Kampfkraft bietet. Wer ein Dutzend Mal in der Saison stundenlang zu den Auswärtsspielen hin- und vor allem wieder zurückfahren muss, der ist wirklich ein Handball-und Sport-“Verrückter“ in absolut positiver Hinsicht!

Somit war der Thriller-Höhepunkt eröffnet: als einziges Team aus der Spitze hatte die SGH/H zwar Heimrecht, aber natürlich wussten die SG-Spielerinnen, was alles heute auf dem Spiel steht und dass man unbedingt gewinnen musste. Denn die Chance auf Meisterschaft und Aufstieg führte logischerweise doch zu etwas nervöser und verkrampfter Spielweise. Die SGH/H nahm sich trotz der schwierigen Gemengelage vor, das Spiel von der ersten Sekunde an dynamisch und motiviert zu gestalten und sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Man brauchte zwar drei Anläufe, die die angekratzte Seelenlage etwas offenlegten, aber dann fiel nach rd. 90 Sekunden das erlösende 1:0 durch einen tollen Konter von Janina. Das brachte auch gleich die Fans auf Trab und jetzt konnte die Mission Aufstieg richtig losgehen! Doch nach 20 Sekunden war es an der besten Gästespielerin, gleich mit einer famosen Einzelaktion den Ausgleich herzustellen. Somit war man endgültig gewarnt, dass die HG keine Punkte herschenken wollte, im Gegenteil mußte die SGH/H davon ausgehen, dass die Gäste einen Überraschungs-Coup landen wollten, um der SGH/H die Suppe zu versalzen!

Beide Teams hielten das Tempo bis zum 3:3 (7.) hoch, wobei hier die erstaunlich stark auftrumpfende HG schon beim 2:3 in Führung gehen konnte und die Heim-Mannschaft schwer in die Zange nahm. Das Spiel hätte in dieser Phase möglicherweise eine andere Wendung genommen, denn die SGH/H ließ sich nicht entmutigen und ging sehr forsch in der Offensive ran: man erspielte 3 tolle Einschußmöglichkeiten durch die starken Rückraumshooterinnen Denise, Ramona und Bianca, aber alle drei trafen leider nur die Innenpfosten, der Ball spritzte wieder heraus und ging auch direkt zum Gegner, der dadurch Konter einleiten konnte. Ein paar cm weniger und man hätte wie erwartet mit einem schnellen 6:2 nach 10 Minuten dem Gast gezeigt, wer hier die Hosen anhat! Aber da das Glück auf Seite der Gäste lag, nutzten sie das positive Moment eiskalt aus und konnten leichte Tore gegen die etwas verdutzte SGH/H landen. Somit konnte die HG durch einen 1:5-Lauf zum ersten Mal einen 4-Tore-Vorsprung beim 4:8 (14.) erzielen! Jasmin mußte die Auszeit nehmen, um ihr Team wieder neu aufzubauen. Die Ansprache funktionierte perfekt: innerhalb von stark 2 Minuten konnte die SGH/H mit bärenstarken Aktionen durch 2 x Bianca und je 1 x Clara und Janina wieder den Gleichstand erzielen, was natürlich bei allen SGH/H-Anhängern für kollektive Erleichterung sorgte!

Jetzt musste der HG-Trainer die Auszeit nehmen, und das war höchst clever, denn er konnte das Momentum wieder drehen. Es war wie verhext, plötzlich waren die SG-Mädels irgendwie von der Rolle, während die HG munter aus tw. sehr skurrilen Positionen, aber mit sehr abgezockten Würfen mit einem weiteren 0:4-Lauf zum 8:12 (22.) wieder mit 4 Toren in Front ging! Ramona und Bianca konnten sich wieder durchsetzen, aber die HG legte gleichmäßig immer das Folgetor drauf und so stand es knapp 5 Minuten vor der HZ-Pause immer noch 10:14! Man fühlte sich fast versetzt in eine Zeitschleife á la „Und täglich grüßt das Murmeltier!“ Die SGH/H ließ sich aber nicht weiter vorführen, sondern reagierte umso schneller mit zwei super Aktionen: Clara warf sich in Highspeed in die Abwehrlücken und donnerte 2 Tore zum 12:14 rein!

Dann pure Dramatik 20 Sekunden vor dem HZ-Pfiff: Strafwurf für die Gäste und ihre normal supersichere Schützin stand bereit, um einzunetzen, doch Melanie behielt die Nerven und konnte grandios parieren! Der Ball wurde 5 Sekunden vorm Pfiff zu Ramona gepaßt, die fast mit dem Pausensignal zum13:14 einnetzte!

Aber beim Wiederanpfiff setzte der Thrill-Faktor leider wieder zugunsten der unverzagt aufspielenden Gäste ein: beim 13:16 gerademal nach 90 Sekunden Spielzeit war die HG wieder dabei, diesen vermaledeiten 4-Tore-Vorsprung rauszuholen und das hätte der permanent im Hintertreffen liegenden Heim-Mannschaft vielleicht den vorentscheidenden K.O. versetzt!

Dann kam die Wende! Ausgerechnet unsere jüngste und zierlichste Noch-A-Jugendliche Tamara läutete mit Cleverness und Durchsetzungsvermögen den Umschwung ein! Und das nicht nur offensiv mit einem blitzsauberen Hattrick zum 17:16 (36.), was die erste Führung der SGH/H seit der 3. Minute bedeutete!!! Sie war auch defensiv der Erfolgsfaktor, indem sie die gefährlichste Offensivspielerin der HG mit höchsteffizienter kurzer Deckung fast aus dem Spiel nahm!

Ramona erhöhte eine Minute später auf 18:16 und die Halle war am Toben! Alle hofften, daß die SG-Mädels jetzt ihre Stärken ausspielen würden. Klar war auch, wenn der Vorsprung mal 3 Tore betragen würde, dann wäre die SGH/H endgültig auf der Siegerstraße. Alle hofften und bangten mit, aber die HG war noch längst nicht geschlagen, mit zwei schnellen Toren markierten sie wieder den Gleichstand zum 18:18 (38.). Die nächsten Minuten waren voller Dramatik, aber so langsam, aber sicher eroberten sich die SG-Frauen die Dominanz auf dem Feld zurück: bis zum 25:25 (54.) legte immer die SGH/H vor, die HG konterte aber sofort und zog immer nach. Wichtig in dieser Phase war Melanie im Tor, die nicht nur beim 21:20 (43.) den 2. Gästestrafwurf glänzend parierte und ihrer Vordermannschaft somit etwas mehr Luft verschaffte!

Dann kam die sog. „Crunch Time“, also die entscheidende Phase, wo jedes Team die letzten Reserven auspacken und den letzten Joker ziehen mußte. Grandios, wie unsere Mädels, die aufgrund beruflicher Verpflichtungen kaum vernünftig trainieren können, mit Willen und Einsatz bis zur Schmerzgrenze kämpften und marschierten!

Vielleicht mußten die Gäste doch jetzt der langen Anreise Tribut zollen, auf jeden Fall schien die SGH/H jetzt vitaler und fokussierter zu sein, denn immerhin konnte man ja immer ein oder sogar 2 Tore vorlegen, während die Gäste mit Müh und Not und natürlich noch bisweilen gnädiger Mithilfe der weiterhin nicht sehr sattelfesten Heim-Abwehr nur noch dem Ausgleich hinterher rennen konnten.

Unserem Youngster Tamara gelang von Außen das 26:25 durch einen perfekten Tunnel-Wurf, dann folgte schnell das 27:25 durch Janinas feine Leistung am Kreis, es waren nur noch rd. 4 ½ Minuten zu spielen und jeder in der Halle wusste, jetzt noch das 3. Tor, dann ist alles safe! Aber Hitchcock hatte immer noch kein Erbarmen: wieder kam postwendend der Anschluß von der HG, aber Ramona nahm sich ein Herz und ballerte zum 28:26 ein (noch 3 ½ Minuten!). Die HG litt jetzt doch langsam unter Kräfteverschleiß, aber unsere Abwehr langte jetzt endlich mal echt kräftig zu, so daß für die HG fast 2 Minuten lang Null Durchkommen war. Der Gästetrainer rettete sein Team vorm Zeitspiel, indem er die Grüne Karte legte. Doch diesmal fruchtete die Auszeit nicht, der Angriff verpuffte und dann war es endlich geschafft: Janina wuchtete mit letzter Kraft zum 29:26 ein und damit konnte zum 1. Mal im Spiel der allererste 3-Tore(!)-Vorsprung erzielt werden – und das exakt 97 Sekunden vor Ende! Das wars, die Halle tobte! Die Gäste konnten nochmals verkürzen, dann versuchten sie über offene Manndeckung noch verzweifelt, das Spiel zu drehen. Aber jetzt ganz abgeklärt schossen Laura und zu guter Letzt unsere Matchwinnerin Tamara mit ihrem 7. Tor fast mit der Schlußsirene die SGH/H endgültig zu zwei verdammt hart umkämpften 2 Sieg-Punkten!

Happy End für die SGH/H, aber auch höchster Respekt für die Gäste, die einfach nicht aufgeben wollten, dieses Match wird in die Annalen der Badenliga-Historie eingehen, jetzt konnte auch Hitchcock verdient Feierabend machen!

Getoppt wurde die Siegeslaune noch durch die Ergebnisse der Rivalen: der TSV Viernheim mußte mit 5 Toren Rückstand in Schriesheim endgültig die Segel streichen, das Saase-Ergebnis gegen Heddesheim ließ sehr lange auf sich warten, aber dann leuchtete ein 27:27-Unentschieden auf! Also Vorteil SGH/H, allerdings nur, wenn dieser Hitchcock-Typ nicht wieder auf die Idee kommt, nochmals so einen Thriller zu inszenieren. Deshalb sollten alle Fans der SG-Frauen sich am kommenden Samstag nach Neureut begeben, um ihrem Team mit kräftiger und lautstarker Unterstützung zum Sieg zu pushen. Nur ein Sieg in Neureut verhilft zweifelsfrei zu Meisterschaft und Aufstieg: SGH/H, let’s roll!!!

SG HH: Tor: Melanie Herberger, Celina Böllinger; Feld: Bianca Dehm (6/1), Charlotte Durst (n.e.), Janina Hurst (4), Tamara Dehm (7), Laura Witt (3), Ramona Borne (6), Denise Bremer (1), Clara Hoffmann (4), Hanna Marquardt

Dynamic Featured ImageDynamic Featured ImageDynamic Featured ImageDynamic Featured ImageDynamic Featured ImageDynamic Featured Image