Zehn Minuten pfui, 50 Minuten hui
Erst katastrophal, dann phänomenal, schließlich souverän. Nach unterirdischen Anfangsminuten spielt die SG Heidelsheim/Helmsheim 20 Minuten lang groß auf und bringt den daraus resultierenden komfortablen Vorsprung schlussendlich sicher über die Zeit.
Zur ungewöhnlichen Anwurfzeit am Freitag zeigte sich den zahlreich erschienenen Zuschauern in der Bruchsaler Sporthalle zunächst ein ernüchterndes Bild. Während die im Feierabendverkehr der A8 angereisten Gäste aus dem Schwäbischen mit Anpfiff direkt auf Betriebstemperatur waren, schien den Eberlein-Jungs zunächst eher noch die gerade erst geendete Arbeitswoche in den Knochen zu stecken. Die SG H2Ku eröffnete mit vier Toren in Folge und setzte sich nach sieben gespielten Minuten auf 2:7 ab. Noch drei weitere Minuten hatte diese Gästeführung Bestand, bis sich die SGHH beim Stand von 4:9 aus dem Nichts dazu entschied, die Feierabendlaune für 20 Minuten in feinsten Oberliga-Handball zu verwandeln. Plötzlich stand die Defensive, die gemeinsam mit Torhüter Sascha Helfenbein den Kasten sauber hielt und bis zum Halbzeitpfiff nur vier weitere Treffer kassieren sollte. Ein daraus resultierendes konsequentes Tempospiel und sauber zu Ende gespielte Positionsangriffe sorgten in dieser Phase zunächst für sechs SG-Treffer in Folge, die den Spielstand binnen vier Minuten auf 10:9 stellten. Bis zum Seitenwechsel kamen weitere zwölf erfolgreiche Torabschlüsse hinzu, durch die man sich 22:13 absetzen konnte.
Mit Wiederanpfiff ließ die SGHH dann nur wenig Zweifel am Ausgang des Spiels aufkommen. Trotz zweier Gästetore zum Auftakt blieben die Männer um Kapitän Max Bodemer ruhig und agierten souverän gegen die nun offensiver verteidigende H2Ku-Abwehr. „Wir haben uns heute durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Uns war bewusst, dass die Gäste wütend aus der Kabine kommen und gewillt sein werden, das Spiel noch einmal spannend zu machen. Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die das schlichtweg nicht zugelassen hat“, lobte Trainer Sven Eberlein seine Schützlinge im Anschluss. Über 27:19, 30:22 und 32:25 war spätestens beim 36:28 durch den wiedergenesenen Jonas Krepper die Messe acht Minuten gelesen. Markus Rusnak, der die Sperre von Daniel Philipp auf der linken Außenbahn exzellent kompensierte, erzielte 55 Sekunden von Schluss den umjubelten 40. SG-Treffer und läutete damit eine fröhliche dritte Halbzeit nach Abpfiff ein.
Mit diesem Sieg hat die SGHH nun 20 Punkte auf der Habenseite und steht damit weiterhin im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Am kommenden Samstag hat man dann die Chance im Classement etwas nach oben zu klettern, wenn man auswärts bei der ein Rang besser platzierten SG Kenzingen/Herbolzheim antritt. Anpfiff ist um 20 Uhr in der Breisgauhalle Herbolzheim.
Es spielten: Sascha Helfenbein, Pascal Boudgoust (beide Tor), Markus Rusnak (3), Max Bodemer (6), Adam Zivojnovic, Max Gromer, Lukas Hilpp (9), Marco Kikillus, Samuel Josenhans (8), Magnus Metzger (3/2), Jonas Krepper (6), Maik Bratschke (1), Darien Holler (3), Simon Zengerle (2), Ivan Tosino


























