SG H/H : SG Muggensturm/Kuppenheim 25 : 25 (14:12)

Duell der Badischen Meister und Aufsteiger endet mit gerechtem Unentschieden!

Der Mitaufsteiger und Südbadenmeister SG Muggensturm/Kuppenheim gab heute seine Visitenkarte ab. Die Südbadenerinnen hatten aus bisher sechs Partien nur ein Sieg holen können, dennoch muß man dem Team eine gute BWOL-Reife attestieren, da drei Partien ganz knapp mit nur 1 oder 2 Toren abgegeben werden mußten! Das sollte ein heißer Tanz werden, denn Last-Minute-Zugang Desiree Kolasinac, die schon in der 1. BuLi in Nellingen und auch schon in Pforzheim in der 3. Liga spielte, hielt bisher mit ihren vielen Toren den Aufsteiger am Leben und könnte auch heute das Zünglein an der Waage sein. Nur mit einer konsequenten Abschirmung der schuß- und treffsicheren Gästespielerin könnten die zwei Punkte in Bruchsal gehalten werden.

Mit dem Auswärtspunkt aus der Kurpfalz im Rücken begann die SGHH sehr souverän und konnte bis zur 15. Minute durch starke Aktionen von Bianca, Denise und Selina zu einem sehr vielversprechenden 6:2 auftrumpfen. Doch dann ging ein Riß durch dieses erfolgreiche Spiel. Anstatt clever und geduldig die verwertbaren Chancen herauszuspielen, wurde jetzt der viel zu schnelle Abschluß gesucht, so daß man in mehrere erfolgreiche Gäste-Konter reinlief. Außerdem war immer eine leichte Hektik zu erkennen, denn viele Bälle nach vorne wurden einfach planlos gespielt und kamen nur in seltensten Fällen bei der Mitspielerin an. So konnte sich die SG M/K zweimal in Front bringen. Da Claudia wieder einen Sahne-Tag erwischte und eine Reihe von eigentlich 100 % Schüssen killen konnte und der Gegner auch viele Fehlpässe produzierte, konnte sich die SGHH wieder fangen und langsam wieder die Regie übernehmen. Mit einem einigermaßen beruhigenden 14:12 ging man in die Pause.

Leider konnte die junge SGHH nicht wieder an die Form der ersten Viertelstunde anknüpfen. Im Gegenteil, die Angriffe zerfaserten und in der Abwehr konnten die präzisen Pässe der Gäste-Goalgetterin an die freie Mitspielerin nicht verhindert werden, so daß der zu schnelle 14:14-Ausgleich nur 89 Sekunden nach Anpfiff der 2. HZ auf der Tafel aufleuchtete. Die SGHH konnte noch bis zum 18:17 (43.) vorlegen, dann aber übernahm der Gast das Ruder und konnte zweimal beim 18:21 (50.) und beim 19:22 (53.) auf 3 Tore leicht vorentscheidend davonziehen. Obwohl die Uhr und das Moment gegen die SGHH lief, gaben die SG-Damen niemals auf und versuchten immer wieder, neue und erfolgreiche Aktionen aufzubauen. In dieser Phase waren Selina und Bianca gleichzeitig Motor und Torschütze in einem und konnten mit ihrer Dynamik ihr Team mitreißen und wieder näher an den Ausgleich bringen. Doch immer wieder unterlief eine unglückliche Aktion und der Ball war wieder weg. Allerdings wurde auch der Gast zunehmends hektischer und unsicherer angesichts der ersten möglichen 2 Auswärtspunkte. Durch Zeitstrafen gab es nun beim Gast auch mal größere Lücken und als Ramona zum 23:24 knapp 4 Minuten vor Schluß klasse einnetzte, war der Sieg wieder in Reichweite. Doch der Gast legte wieder 2 Tore vor und die Zeit lief gnadenlos ab. Bianca tankte sich auf halbrechts energisch durch die Abwehr und konnte nur durch ein rüdes Foul gestoppt werden, was zur Roten Karte und Unterzahl exakt 90 Sekunden vor Schluß führte. Die Überzahl der SGHH war der entscheidende Faktor, denn Selina warf sich beim nächsten Angriff energisch in die Lücke und erzielte den Anschluß zum 24:25 knapp eine Minute vor Abpfiff. Dann konnte man gleich wieder den Ball erobern und einen Konter starten, der aber nicht konsequent verwertet wurde. Die Gäste versuchten durch Team-Timeout 25 Sekunden vor Ende sich über die Zeit zu retten. Es standen nur noch 15 Sekunden auf der Uhr, der Gast hatte die zwei Punkte schon im Sack, dann tankte sich die Nr. 24 der Gäste auf Halblinks durch die Abwehr und kam frei zum Schuß! Aber Wahnsinn, Claudia konnte den Ball mit einem tollen Reflex abwehren! Der Ball kullerte aus dem Kreis direkt zu Tamara, die ihn sofort aufnahm. Unterdessen spurtete Bianca gen Gästetor los, Tamara spielte eine feine, präzise 22-Meter-„Bogenlampe“ in Biancas Laufweg am 9-Meter, dort pflückte sie sich den Ball supersicher runter und und knallte das Ding unter ohrenbetäubendem Lärm genau eine Sekunde vor Abpfiff eiskalt in die untere linke Torecke zum hochverdienten Ausgleich! Was für ein famoser „Sister Act“!

Die Mädels lagen sich minutenlang im Arm, denn niemand hätte mehr auf diesen zwar etwas glücklichen, aber dennoch hochverdienten Punktgewinn gewettet. Das ist die Botschaft des Abends: auch wenn wirklich blöde Fehler gemacht wurden und man sich damit wieder selbst fast geschlagen hätte, die Moral und die Kampfkraft des jungen SG-Frauenteams ist so überragend, daß sogar ein vermeintlich verlorenes Spiel noch einen Punktgewinn einbringt. Wenn also die Fehlerrate tatsächlich um wenige Prozentpunkte sinken würde, dann hätte man in eigentlich jedem Spiel und auch gegen arrivierte Teams immer eine Chance! Als klarer Außenseiter kann die SGHH jetzt absolut druckfrei und entspannt beim aktuellen Tabellensiebten TSV Wolfschlugen am Sonntag um 17.00 Uhr aufspielen und mit der gezeigten Einstellung sicher eine gute Partie gestalten.

SG HH: Tor: Claudia Schuranski; Feld: Bianca Dehm (8/1), Joseline Witter, Selina Röh (6/1), Laura Witt (2), Ramona Borne (3), Anna Greil, Katharina Kaiser, Denise Bremer (4), Clara Hoffmann, Nora Schmidt (1), Tamara Dehm, Hanna Marquardt (1); MV: Jasmin Förster, Ramona Knapp, Vanessa Kunsmann, Rüdinger Böllinger

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